20 Minuten mitsegeln, bitte

Das ist unsere „Blue Sky“, ein Kielsegelboot vom Typ Monas.

Ein paar Details: Länge: 7m, Breite: 1,90m, Tiefgang: 1,10m Gewicht: 650kg, Großsegel: 14qm, Fock: 7qm.
Das Segelboot ist konsequent auf das Einhandsegeln ausgelegt und kentersicher (270kg Ballast).
Mit Yardstickzahl 103 das drittschnellste Boot auf dem See (abgesehen von ein paar Katamaranen), nur eine Dyas und Trias (rot, links im Hintergrund zu erkennen) vom selben Konstrukteur und aus derselben Werft sind mit Yarstick 102 bzw. 99 noch etwas flinker unterwegs. Aber das ist eigentlich egal. Hauptsache ist: es macht unglaublich viel Spaß!

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Bye bye, Falko

IMG_2368Ja, er hat mittlerweile einen Namen bekommen. Und ich wusste, dass dadurch der Abschied schwerer fallen würde. Andererseits habe ich mich zwischenzeitlich auch etwas belesen, wie Pfauenaugen im normalen Leben den Winter verbringen – sie hängen sich in eine dunkle, gemütliche Ecke und warten, bis es draußen wieder warm wird. Dann legen sie ihre Eier auf eine Brennessel.

Mit diesem Wissen habe ich Falko also den Flug in das heute recht warme Leipzig angeboten, als er nach etwa einer Woche Versteckspiel plötzlich am Fenster hin- und herflatterte. Wollte er dann aber doch nicht. Vielleicht erinnerte er sich an die gute Bewirtung? Handzahm habe ich ihm also ein bisschen Mandarine angeboten, aus der er eine halbe Stunde getrunken hat. So gestärkt, habe ich es noch einmal probiert. Etwas unsicher, sich noch einmal bedankend umblickend hüpfte er letztendlich von meinem Finger und flatterte in sein neues Winterquartier.

Mach’s gut, Falko. Und schicke Deine Kinder im nächsten Jahr bei mir auf dem Balkon vorbei!

Haustier

Mitten im Winter saß dort ein Pfauenauge an meiner Balkontür und wollte raus. Ich habe keine Idee davon, wo der Schmetterling hergekommen ist. Von draußen kam er bestimmt nicht, sonst hätte er gewusst, dass dort jetzt unter 0°C herrschten.

Nachdem er sich dann ein paar Tage an einen Vorhang gehängt hatte, flog er verstört, hungring und vom Licht gezogen in eine Lampe – die ich seither ausgeschaltet ließ. Na, Licht wird überschätzt. Diese Lebensweisheit teilt der Schmetterling vermutlich auch seitdem, er kommt aus der dunklen Lampe nicht mehr heraus. Draußen stünde Zuckerwasser – will er nicht. Draußen leuchtet der schöne Weihnachtsstern – will er nicht. Draußen ist wohl irgendwie nicht gemütlich. Vielleicht stimmt etwas mit meiner Einrichtung nicht?

Apfel. Seit ich ihm vorhin einen Apfel angeboten habe, sind wir etwas vertrauter. Er isst gerade Abendbrot Abendapfel.

Autsch

Wenn man ein gerade gesungenes und aufgenommenes Requiem für die CD aufbereitet, sollte man nebenher nichts anderes machen, sonst geht eine der beiden Sachen schief. In diesem Fall die CD-Aufnahme.
Ja, das kommt davon, wenn man gleichzeitig dabei ist, den ach so schönen Weihnachtsstern zusammenzubauen und spätestens anfängt zu fluchen, wenn man sich das erste Mal mit diesen fies scharfen Metallklammern in den Finger geschnitten hat. Dann sitzt man da fingerlutschend, damit das Blut nicht so eine riesen Sauerei gibt, achtet nicht auf das Requiem, wobei – wenn das so weiterginge, wäre es inhaltlich ja fast passend. Fraglich nur, ob für den Fünfundzwanzigender, der unweigerlich an das Bit aus Tron erinnert, oder einen selbst. Sobald die erste Wunde dann nicht mehr am Weiterbasteln hindert, gehen einem diverse Fragen durch den Kopf: warum ist das die gelb/rote Variante des Sterns, rot wird der Kern doch mit den Jahren von selbst. Oder ist es vielleicht sogar die ganz gelbe Version? Wo ist eigentlich Herrnhuth? Lohnt es sich, mal dort hinzufahren und dem Herrn Huth so einen Stern hinzulegen, den er dann zwanzig Mal auf- und wieder abbauen soll? Wo ist eigentlich der Stromanschluss geblieben, der letztes Jahr -ganz sicher- noch dort oben an der Decke war? Wer behauptet eigentlich immer, dass der Stern über den Sommer nicht auch als Ganzes zusammengebaut in das Weihnachtsregal passt?
Und dann ist man plötzlich bei der letzten Zacke angekommen. Diese muss mit drei der bösen Klammern durch ein knapp 10 Quadratcentimerter großes Loch festgeklippst werden. Das ganze mit zwei Händen, deren Handteller eher als Wok durchgehen würden, Finger entsprechend groß – ich hätte Profischwimmer werden sollen. Aber irgendwie hab ich es dann doch geschafft. Wer mag, darf gerne mal auf einen (Glüh-)Wein vorbeikommen, und requiemhörend meinen wunderschönen Stern bestaunen.